Gamemovies & Machinimas

„Wer sich intensiver mit einem Spiel beschäftigt, entdeckt unweigerlich auch die Möglichkeit rund um das eigentliche Spiel, angefangen von der Erstellung eigener Inhalte bis hin zu Machinimas .“
(Schmitt 2006, S. 29)

Inhalt
1. Was ist Machinima? - Interview mit Dirk Förster
2. Der Unterschied von Machinimas und Gamemovies?
3. Medienpädagogischer Einsatz
4. Links und Literatur
5. Veranstaltungen

1. Was ist Machinima ?

"Machine + Cinema + Animation = Machinima
Machinimas sind 3D-Animationsfilme , die mit Computerspielen erzeugt werden. Ein Machinima -Regisseur kann eigene Objekte, Grafiken und Sounds in das Spiel einbauen und damit seinen eigenen Film drehen. Im Gegensatz zu Animationstools wie 3D Studio Max oder Maya stellen viele Computerspiele den Film schon während der Produktion komplett dar – in Echtzeit . Bei Machinimas entfallen also lange Renderzeiten und die teure Anschaffung der Software. Machinimas erfreuen sich deshalb wachsender Beliebtheit und werden als Kunstform , Einstieg in die Animationswelt oder Hoffnung des interaktiven Entertainments gesehen." (Thomas Neumann 2005)

Interview mit Dirk Förster
Folgendes Interview entstand am 21.08.08 auf der Games Convention in Leipzig, zum Thema „Machinima“ mit Dirk Förster (Medienwissenschaftler und Produzent bei dem Projekt 'Animation in neuen Medien' |>>|).
Die Youth Company |>>| war für uns auf der Suche nach Definitionen und Besonderheiten zu dieser elektronischen Kunstform, und fand viele interessante Antworten auf Fragen wie: „Was ist Machinima eigentlich? Wann wurde es geboren? Welcher Popularität erfreut es sich? Was kann man im Testlabor auf der Games Convention bestaunen?“.

Das Interview

2. Der Unterschied von Machinimas und Gamemovies?

Machinima steht „für die Produktion von Animationsfilmen ohne Budget und niedriger Technologieschwelle und dennoch unbegrenzten kreativen Möglichkeiten, unterstützt und mitgetragen von einer großen Zahl Menschen und Firmen.“ (Schmitt 2006, S. 30)

Machinimas nutzen also existierende Gameengine und verändern sie. Es werden somit neue Inhalte geschaffen und Geschichten erzählt (hier wird von eigenproduzierten Assets gesprochen). Man trennt sich also vom eigentlichen Spielinhalt.

Gamemovies dagegen verändern die Gameengine nicht und bleiben relativ nahe am eigentlichen Spielinhalt (gedreht wird nur mit Gameassets ). Oft nutzen einzelne Spieler oder Clans diese Movies um ihre Begeisterung für das Spiel oder ihre Gemeinschaft zum Ausdruck zu bringen. Zwar beinhalten auch diese Filme Ausschnitte aus anderen Filmen oder Realaufnahmen, dennoch repräsentieren sie stets ihr Spiel.

Unterkategorien sind dabei z.B.:

  • Funmovies / Fragmovies
  • Clanmovies / Clanintros
  • Rekrutierungsviedos
  • Tournamentvideos
  • Dancemovies

„…wenn auch so die Filmproduktion für viele theoretisch möglich wird, so befreit Machinima nicht davon, die grundlegenden Fähigkeiten und Kenntnisse dafür zu besitzen. Angefangen beim Schreiben des Drehbuchs und der Dialoge, über Kamerapositionen und Szenenauswahl, hin zur Vertonung und nicht zuletzt der Gestaltung und Animation der 3D-Umgebung gilt es viele Fähigkeiten zu meistern, die durch die Wahl einer Gameengine als Produktionsmittel grundsätzlich nicht einfacher werden.“ (Schmitt 2006, S. 30)

3. Medienpädagogischer Einsatz (Dank an Eike Rösch)

Es ist erstaunlich, welche Möglichkeiten, die Technologie und Methode „Machinimas“ für die Medienpädagogik eröffnet: Mit relativ einfachen Mitteln sind sehr schnell digitale Animationsfilme erstellt, die auch vom Setting keinerlei Wünsche offen lassen. Dabei müssen die TeilnehmerInnen keine besonderen Vorkenntnisse haben – und man kann fast voraussetzen, dass Jugendliche sehr gut mit Computerspielen zurechtkommen.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • die TeilnehmerInnen können leicht und schnell eigene digitale Animationsfilme erstellen
  • die Technik ist überschaubar und relativ schnell zu erlernen
  • die Gestaltungsmöglichkeiten sind immens: aufwändige Kamerafahrten, Verwendung von Fahrzeugen, Figurengestaltung, Umgebungsveränderung etc. sind kein Problem und kosten nichts
  • das Setting kann (entsprechend des Spiels) nahezu frei gewählt werden: Wetter, Uhrzeit, Location, …
  • die Methode kann genutzt werden, um einfach nur einen Film zu drehen, damit kann aber auch ein Thema (Gewalt, Computerspiele, …) bearbeitet werden und insbesondere kann damit auch eine Beschäftigung mit dem Thema Computerspiele an sich angeregt werden.

Die technischen Möglichkeiten sind natürlich von dem eingesetzten Spiel abhängig, aber auch das kann schließlich je nach Einsatzgebiet gezielt gewählt werden.

4. Links und Literatur

machinima.com

machinimadeutschland.de

animationproject.org

Medienpädagogik Praxisblog

Schmitt, Lutz (2006): Machinima - Medium und Technologie

 

5. Veranstaltungen

01.-04.11.2007 Workshop bei den 24. Video/Film-Tagen in Koblenz |>>|

06.-09.11.2008 Workshop bei den 25. Video/Film-Tagen in Gera |>>|


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