Argumentetag:
"Lernen in virtuellen Welten - Gehören Computer in die Schule?"

Amorbach, 13.07.2008

Professor Ohler, Sandra Einhellinger, Martin Geisler und Ina Weh sowie Professor Arne Trageton diskutierten über das zentrale Thema des Argumentetags im Rahmen des internationalen Amorbacher Spielefestivals vor ca.100 Gästen.

Amorbach
"Lernen in virtuellen Welten - Gehören Computer in die Schule?" hieß das zentrale Thema am Argumentetag im Rahmen des internationalen Amorbacher Spielefestivals am Sonntag, den 13.07.2008 im Odenwald-Faserplattenwerk. Professor Arne Trageton vom Haugesund College in Norwegen hielt einen engagierten Vortrag über die "Spielerische Arbeit am Computer mit sechs- bis zehnjährigen Kindern" und verwies dabei auf positive Untersuchungen in den nordischen Ländern.
Im Ergebnis, so der Referent, hätten Schüler, die den Computer anstelle der Handschrift zum Schreiben benutzten, gegenüber Vergleichsgruppen einen Vorsprung von einem ganzen Schuljahr und trotzdem noch die bessere Handschrift.
Trotz dieser Ergebnisse war der Referent bei der Antwort auf die Frage, ob Computer in die Schule gehören, sehr vorsichtig und antwortete: "Es kommt darauf an."

Professor Ohler, der einen Lehrstuhl für Mediennutzung an der TU Chemnitz inne hat, trat nicht nur als Moderator auf, er nahm auch dezidiert Stellung zu aufgeworfenen Fragen - und das durchaus provokativ.
So lautete seine These, die Entwicklung der Menschheit, der "cultural bigbang", sei erst dann in die Gänge gekommen, als die "medienvermittelte Kommunikation" eingesetzt habe. Ina Weh, Lehrerin und Doktorandin für Mediennutzung in Hamburg, erregte großen Widerspruch mit ihrer Aussage, Lehrer müssten unbedingt intensiv die Vorzüge des Computers im Unterricht ausnützen, denn er biete bei den beiden Hauptfunktionen von Unterricht, "Selektion und Erziehung", unschätzbare Vorteile.

Weiterhin ging es beispielsweise um das Thema wie der Unterschied zwischen virtueller und realer Welt zu betrachten ist und wie Verhaltensweisen in sogenannten Clans sich mit längst vorhandenen Gruppenprozessen vergleichen lassen. Martin Geisler vom Institut für Computerspiel – Spawnpoint betonte dahingehend, dass „das Real-Life vor geht - das ist Konsens bei den Clanspielern."
(Vgl. Heinz Linduschka)

Im Rahmen des Spielefestivals fanden auch die Finale der eSport-Schulmeisterschaften statt. Leider war zwar nur wenig Publikum anwesend, nichts desto trotz ist das Konzept der Schulmeisterschaften „Spielen für Bildung“ ein interessanter und wichtiger Schritt in Richtung der kulturellen und bildungstechnischen Anerkennung des Computerspiels.

Das offizielle Video zum Finale:

 

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