Spawnpoint auf der gamescom 2009
- das Resümee

 

Inhalt
1. Einleitung
2. Der Stand
3. Das Projekt
4. Die Messe
5. Fazit
6. Links

1. Einleitung

18.08.2009 - Erfurt/Dresden/Koblenz:
Das Spawnpoint Team bracht auf in Richtung Köln. Im Gepäck hatten wir einen 7,5t LKW mit einem Haufen Holzkisten, Bühnentechnik, 10 Laptops und einem Konzept, welches Computerspieler auf einer Computerspielmesse in Bewegung bringen soll.
Wie wird das Konzept vor Ort ankommen, wie hoch werden die körperlichen Belastungen für die Traceuere sein und kommen wir überhaupt auf's Gelände, da wir weder Ausstellerausweise, noch Zugangsberechtigung in Händen hatten…
Fragen über Fragen, aber schön der Reihe nach:

2. Der Stand

Premieren über Premieren! Nicht nur, dass Europas größte Messe für interaktive Unterhaltung nach 7 Jahren Leipzig nun in Köln stattfand, auch Spawnpoint hatte ein Premiere – einen eigenen Stand!

Nach 4 Wochen des intensiven Verhandelns mit der Messe Köln, ununterbrochener Überarbeitung von Konzepten und Finanzierungsplänen ist es uns dann doch gelungen, mit unseren Partnern, der Bundeszentrale für politische Bildung, sowie Spielraum - Institut zur Förderung von Medienkompetenz und Parkour Dresden, einen innovativen und vielversprechenden Stand zu planen.

An dieser Stelle nochmals einen herzlichen Dank an alle Unterstützer, es war uns eine Freude mit Euch gemeinsam dieses Projekt zu stemmen!

Der Stand im Modell

(klick |>>| groß)

Der Stand in Real

Die Grundidee war von Anfang an, dass eGamer und RL|jumper gleichberechtigt am Stand vertreten sind. Zudem war es uns wichtig, dass alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden und trotzdem viel Raum für Kreativität, Spiel, aber auch Grenzerfahrungen bleibt. Das positive Feedback der Besucher und der Projekt- und Kooperationspartnerpartner bestätigte uns hierbei, dass der Stand, trotz zum Teil improvisierter Präsentation, all unsere Hoffnungen mehr als erwartet erfüllte.

3. Das Projekt

Ausgehen vom Projekt RL|jumper |>>|, welches eigentlich für Schulklassen und Jugendgruppen konzipiert wurde, sollte die Kombination von Moto- und Medienpädagogik auch auf der gamescom ihre Wirkung zeigen. Dazu planten wir eine Mischung aus Event, Computerspielerlebnis und Parkourworkshop. Uns war klar, dass die eigentlichen Projektintentionen nur rudimentär bei einer Laufkundenmesse vermittelt werden können, trotzdem wollten wir die Verbindung zwischen Spiel und Realität in der bestmöglichsten Form darstellen. Hierzu wurde den Besuchern die Möglichkeit gegeben, einerseits das zu tun, weshalb sie auf die gamescom gekommen sind – Spielen und zwar Mirror's Edge im Time Trial Modus. Desweiteren hatten sie auch die Gelegenheit, Erfahrungen im Parkour zu sammeln, wobei sie fachmännisch angeleitet wurden. Für unsere Traceure von Parkour Dresden hieß es also zum einen, den Stand an sich zu beleben, indem sie die aufgestellten Hindernisse als Trainingsplatz nutzten und somit sehr viele Zuschauer animierten stehen zu bleiben und/oder es selbst einmal ausprobieren zu wollen. Hier kam dann die nächste Herausforderung auf die Traceure zu, insgesamt 107 Besucher der gamescom wollten es sich nicht nehmen lassen, sich physisch aktiv auf einer Computerspielmesse zu betätigen. Das bedeutete für die Besucher und die Traceure eine adäquate Aufwärmung, die Einführung in grundlegende philosophische und technische Besonderheiten von Parkour und das bei vielen unterschiedlichen körperlichen und emotionalen Voraussetzungen der Teilnehmer.
107 Besucher hört sich zunächst nicht sonderlich spektakulär an, bei einer Messe die insgesamt 245.000 Besucher verzeichnen konnte, jedoch muss man sich immer vor Augen halten, das die Teilnehmer beim Parkour in der Regel zwischen 20 und 45 Minuten an unserem Stand verweilten und sich dabei auch noch körperlich betätigten.

Trotz der Anstrengungen konnte man den Teilnehmern ansehen, wie ihr Respekt vor den Hindernissen und die Wahrnehmung der eigenen körperlichen Grenzen von Minute zu Minute wuchs und dennoch alle nach dem „Training“ mit einem zufriedenen Lächeln den Stand verließen.

Das die Computerspielplätze stets gut gefüllt waren kann man sicherlich erahnen, wenn man weiß, dass bei anderen Ständen zum Teil 4 Stunden Wartezeit in Kauf genommen wurde, um ein bestimmtes Spiel zu spielen. Auch hier war es sehr spannend zu beobachten, wie viele Spieler sich animiert fühlten, sich nach dem Spielen, auch einmal dem echten Parkour zu stellen.

4. Die Messe

Für die meisten „Games Convention“ Erfahrenen war es besonders spannend zu schauen, wie das erfolgreiche Konzept aus Leipzig in Köln umgesetzt bzw. weiterentwickelt wird. Leider waren jedoch viele von dem Gebotenen enttäuscht. Vor allem die Atmosphäre war es, die vielen erfahrenen Besuchern fehlte, ob dies nun allein an den Ausstellerkonzepten lag wird sich wahrscheinlich nie gänzlich klären lassen. Was bleibt ist der Eindruck, dass Köln nicht wirklich vieles verbessert hat, was Leipzig auszeichnete – ok 45.000 Besucher mehr sind eine feste Bank, jedoch wäre es gerade für die Aussteller wichtig, dass im nächsten Jahr nicht wieder "gefühlte 200.000 Besucher alleine am Samstag in die Hallen strömen und sich die restlichen 45.000 auf die 4 anderen Tage verteilen".

Im Bezug auf das medienpädagogische Angebot sollte Köln auch nochmal in die Archive von Leipzig schauen. Zwar waren viele regionale Vereine und Institutionen im Jugendforum NRW vertreten, die dort ihre Angebote darstellen konnten, jedoch ist dies sicherlich weder vom „Standing“, noch von der kreativen Vielfalt her mit einer „GC Family“ zu vergleichen. Auch das Konzept, die medienpädagogischen Angebote mit den Angeboten der Hersteller auf einer Fläche zu mischen ist nur teilweise gut angekommen. Zwar könnte man davon ausgehen, dass viele Besucher so automatisch an den medienpädagogischen Angeboten vorbeilaufen, jedoch machte die Lautstärke der großen Publisher die Auseinandersetzung mit Spielern, Eltern und Multiplikatoren oftmals zur akustischen Qual.

Der Frage nach dem Standortvergleich sind auch die Redakteure des MDR nachgegangen, welche uns u.a. dazu in diesem Beitrag vom 23.08.09 in MDR Aktuell befragten:

 

5. Fazit

*Zufriedenheit*erschöpft*sehr gute Gespräche geführt*mit erstklassige Kooperationspartner gearbeitet*schöne medienpädagogische Angebote kennen gelernt*viel über Parkour dazu gelernt*das Gefühl habend, es gibt nur noch Konsolenspieler ;)*Frage nach Aufwand und Nutzen geklärt*der Messe ein innovativeres 2010 wünschend*Kölsch getrunken ;)*Tschüss bis eventuell 2010*

6. Links


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