"Das mediale Kinderzimmer und Neue Medien in der Bildung"
   Gewinn oder Gefahr für Heranwachsende?
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Die EJF-Lazarus Gesellschaft hatte in die idyllische Uckermark (Groß Pinnow) eingeladen um mit Fachkräften aus Bildung, Beratung, Medizin, Psychologie, Polizei, Justiz, Politik, Schule Jugendämtern, Elternvertretern und bundesweit Interessierten über das Thema „Das mediale Kinderzimmer und Neue Medien in der Bildung – Ein Gewinn oder Gefahr für Heranwachsende“ zu diskutieren.

Zugegeben, die Ausschreibung ließ uns zunächst etwas ernüchtert an die Sache herangehen. Klang doch der Ausschreibungstext und lass sich die Referentenliste zunächst so, als ob ein erneutes Mal ‚kassandrische‘ Ausführungen über den Untergang der Jugend und die Rolle der Computerspiele dabei beschworen werden sollten. Aber diesmal waren wir es wohl, die ungerechtfertigt schwarz sahen – wir gestehen und geloben Besserung.
Denn schon im Vorfeld überraschte uns der Veranstalter mit der Bitte ob das Institut für Computerspiel – SPAWNPOINT nicht neben seinem Vortrag einen praktischen Einblick in die Spielen bieten könnte und einen „Gamepoint“ einrichten. Sehr gerne doch!
Und auch vor Ort stießen wir auf offene, interessierte, kompetente und sehr objektive Teilnehmer und Referenten. Objektiv und vor allem informativ war beispielsweise der Vortrag von Kai Müller, Diplom-Psychologe von der Ambulanz für Spielsucht am klinikum der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, der über pathologische Suchterscheinungen und Onlinerollenspiele sprach. Herr Müller schaffte es nicht nur stets deutlich zu machen, dass es sich bei den Patienten der Suchtklink und bei Computerspielsüchtigen allgemein um einen kleinen Personenkreis handelte, sondern sprach auch kundig über die Unterschiede des Suchtpotenziales einzelner Spielgenres und Spiele. Zusätzlich betonte er, dass zeitlich intensives Spielen noch kein ausreichendes Indiz für Computerspielsucht ist. Das dieses Thema in der Gegenwart und Zukunft ein wichtiger Bestandteil einer aufklärenden, pädagogischen und hoffentlich präventiven Auseinandersetzung mit dem Computerspiel ist sehen auch wir so und freuen uns mit Herrn Müller und dessen Institution einen kompetenten Ansprechpartner in diesem speziellen Bereich gefunden zu haben.

Interessiert, verwundert aber auch begeistert waren die Anwesenden dann auch von unserem Vortrag, der einen Einblick in die gegenwärtige Spielerszene, ihre Demografie, ihre Kultur und ihre Motivation geben konnte. Immer wieder sind wir erfreut, wenn Teilnehmer nach solchen Referaten erkennen, welche Dimensionen und auch welche Normalität der Großteil der Spielerszene aufweist.
Für uns war diese Tagung nicht nur ein Erfolg, weil wir unsere Themen erfolgreich übermitteln konnten, sondern vor allem, weil sie so offen und interessiert angenommen und diskutiert worden sind.

Wir möchten uns für diese Gelegenheit bei allen Anwesenden und der tollen Organisation ganz herzlich bedanken. Tagungen wie diese, bei der sich objektiv, gerne auch kritisch, aber durchaus nicht kulturpessimistisch mit dem Thema Computerspiel auseinandergesetzt wird, würden wir uns öfter wünschen.

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